zum Verlauf des Mains bei Ginsheim-Gustavsburg in römischer Zeit

Dienstag, 6. Juli 2021, 18:30 Uhr, BBB-Online-Treffen

 

 

 

 

 

Bastian Grimm

In Gustavsburg wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts Reste einer römischen Brücke über den Main gefunden, die nahe der heutigen Mainbrücke verlief. Dabei fiel sofort auf, dass diese Brücke den heutigen Main in einem 45°-Winkel schneidet. Seitdem sich gegen Ende der 1980er Jahre die Geoarchäologie als neue Forschungsrichtung etabliert hatte, die mit geowissenschaftlichen Methoden archäologische Fragestellungen beantwortet, rücken mehr und mehr bereits bekannte archäologische Funde in den Vordergrund, die auf dieser Basis neue Erkenntnisse bringen können. In Gustavsburg lässt der Verlauf der römischen Brücke annehmen, dass der Main auch noch zur römischen Zeit einen anderen Verlauf hatte als heutzutage.

Anhand neuster geoarchäologischer und geomorphologischer Methoden wurden im Sommer 2020 Untersuchungen der AG Naturrisiko-Forschung und Geoarchäologie des Geographischen Institutes der JGU Mainz mit Studierenden auf den Mainwiesen durchgeführt. Ziel dieser Arbeiten war die Rekonstruktion des römischen Mainverlaufes und neue Erkenntnisse hinsichtlich der damit verbundenen Landschaftsentwicklung zu erlangen. Zudem erfolgten genauere geochemische und geophysikalische Untersuchungen im Labor.

Der Vortrag gibt einen Einblick in das Themenfeld der Geoarchäologie und in die aktuelle geoarchäologische Forschung in der Gegend um Mainz.